Beichte
Viele Menschen verbinden mit der katholischen Kirche die „Beichte“. Nicht selten gibt es problematische Erfahrungen mit diesem Sakrament oder Halbwissen, das aus irgendwelchen Erzählungen oder aus spektakulären Filmen herrührt. Was die meisten unter den Namen Buss-Sakrament oder Beichte kennen, nennt die Kirche seit einiger Zeit auch „Sakrament der Versöhnung“. Zwar geht es im Grundsatz weiterhin um das Gleiche - aber der neue Name ändert die Blickrichtung: vom Rückblick auf die gemachten Fehler zum Ausblick auf eine versöhnte Zukunft: versöhnt mit Gott, den Mitmenschen und sich selbst. Grundsätzlich geht es um einen guten Umgang mit dem, was man im Leben - aus welchen Gründen auch immer, ob vorsätzlich oder ungewollt - falsch gemacht hat und nun bereut. Rückblickend soll erkannt und anerkannt werden, was nicht gut war, und ausblickend soll nach Möglichkeiten der Veränderung und Wiedergutmachung gesucht werden. Viele Menschen suchen ähnliches heute in Gesprächen mit Psychologen und Therapeuten. Dabei wird aber ein wesentlicher Punkt Außeracht gelassen: Die sakramentale Dimension der Beichte! Sakramente sind Zeichenhandlungen, die ein an sich unsichtbares Geschehen verdeutlichen wollen, nämlich das Wirken Gottes. Beim Sakrament der Versöhnung ist es die Zusage Gottes: „Wenn Du gesündigt hast, und es dir leid tut, darfst du das Glück der Verzeihung erfahren.“ Darin steckt das Entscheidende: Wir müssen die Belastung durch unsere Fehler und Sünden nicht bis ans Lebensende mit uns herumschleppen und selber irgendwie damit fertig werden. Gott sagt uns durch den Priester die Versöhnung zu. Damit hat dieses Sakrament wahrlich einen therapeutischen Ansatz, wie die Vereinigung der Psychologen und Psychotherapeuten neuerdings erfreulicherweise bekundet.