Aghatamesse mit Segnung der Agatharingli
Das Agathabrot ist meist ein ganz normales Brot. Das Besondere ist nicht das Brot, sondern seine Segnung am Tag der Heiligen Agatha, am 5. Februar. Der beliebte Brauch des Agathabrotes ist in vielen Regionen der Schweiz verbreitet.
Was hat es mit der Heiligen Agatha auf sich? Da sich die auf Sizilien lebende Christin Agatha weigerte, den römischen Statthalter Quintianus zu heiraten und sich vom Christentum abzuwenden, bestrafte dieser sie, indem er ihr auf grausame Weise die Brüste abschneiden liess. Als sie sich weiterhin weigerte, ihrem Glauben an Christus abzuschwören, wurde sie zu Tode gefoltert. Als am Jahrestag ihres Todes der Ätna ausbrach und die Lavamassen Catania bedrohten, versuchten die Einwohner mit dem Schleier der Agatha die Lavamassen aufzuhalten. Seitdem gilt sie als Patronin gegen Feuersgefahr. Mit der Zeit wurde Agatha zur Schutzpatronin der Feuerwehren, Glocken- und Erzgiesser, Goldschmiede, Berg- u. Hochofenarbeiter, Glasmacher u. Ammen.
Die früheste Erwähnung eines Brotsegens am Agathatag datiert aus dem Jahre 1466: In den Auflistungen der Ausgaben des Klosters Klingenthal in Basel wird das St. Agathenbrot aufgeführt. Laut dem deutschen Handwörterbuch erwähnte der berühmte Prediger Geiler von Kaisersberg im Jahr 1516 als erster das Agathabrotes als Mittel gegen Feuer, Brand und Heimweh.
Die Wirkungen des Agathabrotes sind vielfältig: Laut dem schweizerdeutschen Wörterbuch, war es in katholischen Familien üblich, dass ein Stück Agathabrot bis zum nächsten 5. Februar im Haus aufbewahrt wurde. Dies sollte die Familie davor bewahren, während des Jahres niemals ohne Brot zu sein.
Mütter versuchen, ihren ausziehenden Kindern ein Stück Agathabrot zu den Kleidern zu legen, als Mittel gegen Heimweh und damit dem Kind nichts Böses widerfährt. Deshalb wohl kommt das Agathabrot auch in Kinderreimen vor und dies auch in reformierten Gegenden: „Enegen, mänegen, tumpeti, tifi, tafi oni mi. Ägeten-Brot in der Not: dimpf, dampf duss.“ Mensch und Tier soll das Essen von Agathabrot helfen, gesund zu bleiben. So bekamen am Agathatag alle Haustiere ihr Stück geweihtes Brot.
Neben den Brotformen unterscheidet sich auch die Segnung von Region zu Region. Ob das Brot, der Teig oder gar das Mehl gesegnet wird, ist heute abhängig vom Pfarrer und vom Bäcker. Nicht wenige Bäcker bringen die Brote in die Kirche und lassen sie während der Agathamesse segnen.
Bei uns in Davos wird die Bäckerei „Ganz Heis“ extra zum Agathatag „Agatharingli“ backen, die in der Hl. Messe gesegnet werden. Sie können die „Agatharingli“ nach der Hl. Messe für 2 Franken erwerben. Der Erlös kommt unserem Jahresprojekt „Kinderhospiz Schweiz“ zu.
Wir freuen uns, wenn Sie zahlreich zur Hl. Messe kommen, und das Andenken an die Hl. Agatha in Ehren halten.