Eucharistiefeier am Vorabend als Konventmesse "Quell des Lebens"
Im Zuge der Umstrukturierung und Neuorganisation der neu zu gründenden Kirchgemeinde Albula, in die sich die Gemeinschaft ‚Quell des Lebens‘ integriert, möchten wir künftig ein ‚Konventamt‘ anbieten und mit der Gemeinde gemeinsam feiern. Dieses sonn- und feiertägliche Konventamt wird im Pfarreiblatt deutlich ausgewiesen sein, um den Gemeindemitgliedern die freie Wahl und klare Orientierung des sonntäglichen Kirchgangs zu gewährleisten. Unsere Kommunität besteht seit 2012 und hat sich längstens gut im Albulatal etabliert. Die Spiritualität der Gemeinschaft ist stark geprägt von der Regel des hl. Benedikt, was nach aussen auch dahingehend deutlich und hörbar wird, dass neben dem Gemeindegesang auch Gesänge aus dem Repertoire des Gregorianischen Chorals in diese Hl. Messen einfliessen werden. Mit Fug und Recht kann man die Gregorianik als ein Kulturgut von ausserordentlicher Qualität bezeichnen. Es handelt sich hierbei um die älteste überlieferte Musik des Abendlandes, die ihren Ursprung in der frühmittlelalterlichen Gesangskunst und im jüdischen Synagogalgesang hat. Grundlage für die Gesänge sind Texte aus den Psalmen und Evangelien. Somit ist die Gregorianik eine durch und durch liturgische Musik, die auch in den Kirchen der Reformation hohe Anerkennung findet.
Der ‚Quell des Lebens‘ mit seinen fünf Mitgliedern bietet sich beim Konventamt des weiteren an, liturgische Dienste zu übernehmen, namentlich den Dienst des Lektors/der Lektorin und gegebenenfalls auch des Kommunionspenders. Um Missverständnissen vorzubeugen, bleibt ausdrücklich festzuhalten, dass diese Messfeier - die selbstverständlich auf deutsch zelebriert wird - die Gemeinde nicht aussen vor lässt, sondern dahingehend integrieren will, dass eine Einheit darzustellen ist zwischen allen Teilnehmenden am Gottesdienst. Sehr willkommen ist uns vor allem Unterstützung an der Orgel, denn unser Pater Stephan - der über zwanzig Jahre Abteiorganist der Erzabtei Beuron war - ist als Priester und Zelebrant gehalten, den Chorraum während der Feier der Liturgie nicht zu verlassen. Lediglich optisch mag auffallen, dass die Kommunität nahe beieinander steht, das heisst im Chorraum ihren Platz einnehmen wird. Wenn eingangs vom Gregorianischen Choral die Rede war, bedeutet das nicht, dass das Kirchengesangbuch etwa keine Verwendung fände; selbstverständlich wird dem Gemeindegesang aus dem Kirchengesangbuch genügend Raum gegeben. Gregorianische Gesangsstücke werden lediglich eingestreut, denn ein Konventamt wird zwar von uns vorbereitet und gestaltet, ist aber keine Feier mit exklusiv benediktinischem Charakter. Das 2. Vat. Konzil betont zudem ausdrücklich, dass die Gläubigen in sowohl aktiv-geistlicher als auch praktischer Hinsicht in die Hl. Messfeier integriert werden sollen; diesem richtungsweisenden Charakteristikum der Liturgie fühlen wir uns selbstverständlich verpflichtet.
Der hiermit kurz umrissene neue liturgische Beitrag unserer kleinen Gemeinschaft zur Gestaltung des Seelsorgeraums, ist uns nicht minder Freude als Ansporn und Auftrag - zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen.
Mit herzlichen Segenswünschen
Ihre Gemeinschaft von Schmitten