"In den Himmel hören"

Freitag 15. August | 16.00 – 24.00 | Marienkirche
IN DEN HIMMEL HÖREN - LANGE NACHT
Ein Wandelkonzert


Thomas Tallis Spem in alium
(ca.1505-1585)
Ensemble „multiple voices“
Terry Wey, Countertenor
Ulfried Staber, Bass
16.00 / Marienkirche: gemeinsamer Beginn der Tallis Komposition
24.00 / Marienkirche: prachtvolle Vollendung der Tallis Komposition
Die 40-stimmige Motette „Spem in alium “von Thomas Tallis gehört zu den beeindruckendsten Kompositionen der Musikgeschichte, gleichzeitig aber auch zu den am schwierigsten aufführbaren: 40 Sänger, deren Stimmen sich in idealem Verhältnis zueinander mischen und sich zu einem großen Klanggebilde verschmelzen, existieren vielleicht gar nicht.
Das Ensemble „multiple voices“ stellt sich der gesanglichen und mentalen Herausforderung, dieses monumentale Werk mit nur zwei Sängern zur Aufführung zu bringen. Zusammen verfügen Terry Wey und Ulfried Staber über einen Stimmumfang von dreieinhalb Oktaven: jeder Sänger übernimmt jeweils zwei der fünf stimmen jedes Chores, die mittlere stimme teilen die beiden untereinander auf. Das Resultat ist frappierend: eine weitestgehend stimmliche Homogenität, die bei chorischen Aufführungen schlicht nicht realisierbar ist.
Die vierzig Stimmen werden von den beiden Musikern einzeln nacheinander gesungen und anschließend vom live in der Kirche platzierten Klangregisseur in eine Schleife geloopt, aus den 16 Lautsprechern – zwei für jeden der acht Chöre – ergießt sich eine Stimme nach der anderen in den Raum. Wie ein gigantisches renaissance-Puzzle erschließt sich so die Motette dem Zuhörer Stimme für Stimme, bis mit dem Glockenschlag zu Mitternacht das vollendete vierzigstimmige Werk erklingen soll.
Zwischen dem ersten Ton der ersten Stimme um 16 Uhr und der prachtvollen Vierzigstimmigkeit um 24 Uhr machen sich Terry Wey und Ulfried Staber jede einzelne Note dieser monumentalen Konstruktion zu eigen.

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